Die Bergpredigt:
Matthäus 5 - 7
Die Verfassung
des Reiches der Himmel
1] Ihr sollt nicht richten, damit ihr nicht gerichtet werdet! 2] Denn mit dem Urteil, womit ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit dem Maß, womit ihr messt, wird für euch gemessen werden.
3] Wieso bemerkst du einen Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken, der in deinem eigenen Auge ist, erkennst du nicht?
4] Oder wie sagst du zu deinem Bruder: “Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen”, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge. 5] Heuchler! Wirf zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du sehen, dass du den Splitter aus dem Auge deines Bruders ziehst.
6] Gib nicht den Hunden eine heilige Sache (Opfer), wirf auch nicht deine Perlen vor die Wildsäue, damit sie diese nicht zertrampeln und sich umwenden, und dich zerfetzen.
7] Bittet und es wird euch gegeben,
sucht und ihr werdet finden,
klopft an, und es wird euch geöffnet!
8] Denn jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, der findet und wer klopft, dem wird aufgetan.
13 Geht hinein durch das enge Tor, denn das Tor ist weit und der Weg ist breit, welche in die Vernichtung führen, und viele sind es, die auf ihm gehen.
20] Deshalb, an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.
24] Deshalb wird jeder, der diese meine Worte hört, und sie tut, wird mit einem weisen Mann verglichen, der sein Haus auf einen festen Felsen gebaut hat. 25] Und der Regen fiel herunter und die Fluten kamen und der Wind blies, und sie stürzten gegen das Haus, und es fiel nicht, weil sein Fundament auf festem Felsen gelegt war.
26] Und jeder, der diese meine Worte hört, aber sie nicht praktiziert, der wird mit einem törichten Mann verglichen, der sein Haus auf Sand baute. 27] Und der Regen fiel und die Fluten kamen und der Wind blies, und sie stürzten gegen das Haus, und es fiel, und sein Fall war gross.”
1 Vers 9: Und wo ist ein Mann unter euch, dessen Sohn ihn um ein Brot bittet, und er gibt ihm einen Stein?
Aramäisch gavra. Mann meint hier eindeutig den Vater. siehe Fussnote zu Mt. 1:16.
2 Vers 11: Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wieviel mehr wird euer Vater, der im Himmel ist, denen, die Ihn fragen, gute Dinge geben?
Was für eine schöne Tatsache und Verheissung. Die sollten wir uns wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Wir haben schlichtweg deshalb nicht alles, was uns der Vater im Himmel geben möchte, weil wir nicht darum bitten. Siehe auch Jakobus 4,2-3. Unsere Bitten vom Vater zu empfangen hat mit Fruchtbringen zu tun, wie Jesus in Johannes 15 andeutet, und es verherrlicht den Vater im Himmel.
Bezeichnend ist auch, dass Jesus den natürlichen Menschen "böse" nennt, obwohl dieser offensichtlich Gutes tun kann.
3 Vers 12: Alles, was ihr auch immer möchtet, dass die Leute für euch tun sollten, das tut ihnen auch, den das ist das Gesetz und die Propheten.
Dies ist die erstaunliche Zusammenfassung des ganzen Gesetzes und der Propheten in einem einzigen Satz. Wenn man sich nicht sicher ist, was und ob man etwas in Bezug auf andere Menschen tun oder sagen soll, oder nicht sicher ist, ob das Motiv rein ist, dann kann man es an diesem Grundsatz prüfen. Es ist wie ein Licht auf unserem Weg. Man muss Gottes Willen nicht woanders suchen, solange dies klar ist.
4 Vers 14: Wie eng ist das Tor und wie strikt der Weg, der ins Leben führt und wenige sind es, die es finden!
Um den schmalen Weg zu finden, sollte man ihn auch suchen und sich mit nichts anderem als dem strikten Weg des Lebens zufrieden geben. Es ist schockierend, dass Jesus hier sagen muss, dass nur wenige das Leben finden. Entscheide dich jetzt gerade in diesem heiligen Augenblick, alles daran zu geben, um das Leben in Jesus zu finden und diesen Weg strikte zu gehen.
5 Vers 16: Aber an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.
Woran erkennt man falsche Propheten? Nicht in erster Linie an "falschen" Prophezeiungen, da diese oft konditionell sind, eher als Warnungen zu verstehen und nicht als in Stein gemeisselte Voraussagungen. Aber an den Früchten werden wir falsche Propheten erkennen. Unmoralischer Lebenswandel, Geldgier, Stolz, Herrschen über andere und Irrlehren sind faule Früchte. Selbst wenn sie viele gute Dinge lehren und sagen, müssen wir vorsichtig sein, wenn sich faule Früchte zeigen.
6 Verse 16-19: Erntet man Trauben von Dornen oder Feigen von Disteln? 17] So bringt jeder gute Baum gute Früchte hervor, und ein schlechter Baum bringt schlechte Früchte hervor. 18] Und ein guter Baum ist nicht fähig, schlechte Früchte hervorzubringen, noch ist ein schlechter Baum fähig, gute Früchte zu produzieren. 19] Jeder Baum, der nicht gute Früchte produziert, wird umgehauen und fällt ins Feuer. 20] Deshalb, an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.
Siehe Mt. 3:10-12; Mt. 12,33-35; Mt. 13,3-23.
Das Evangelium vom Königreich der Himmel ist radikal, wie schon Johannes gepredigt hat. An dieser scharfen Abgrenzung kann der ehrlich Suchende erkennen, dass das natürliche menschliche Leben der faule Baum ist, und was Jesus über den guten Baum sagt, ist menschlich gesehen unmöglich. Deshalb muss man sich radikal bekehren und wird man durch die Taufe in den Tod des Christus getaucht, um durch die Auferstehung von Jesus Sein göttliches Leben zu empfangen als Saat des Reiches der Himmel. In einem gereinigten Herz kann dann dieser göttliche Samen wachsen und gute Früchte hervorbringen.
Galater 2,19 Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe. Ich bin mit Christus gekreuzigt. 20 Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.
7 Vers 21: Nicht jeder, der zu mir sagt “Mein Herr, mein Herr” wird in das Reich der Himmel eintreten, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist.
Hier wird das Wort für Herr mara, mary mein Herr (pendant zu hebr. Adonai) verwendet, und nicht Mar-Yah (Herr Yahu’uah). Der Inspirierende Heilige Geist hat voraus gewusst, dass die Christenheit die masoretische Tradition übernehmen wird und den Namen Gottes quasi aus der Bibel verbannt und ihn nur noch Herr nennen wird, anstatt Herr Yahu’uah. Wenigsten nennen die Christen noch den Namen Jesus indem sie “Herr Jesus” rufen.
Es ist erschreckend, dass man den Herrn anrufen kann, ohne von ihm erkannt zu werden. Alle hohle äusserliche Form ohne innere gegenseitige Erkenntnis ist unnütz. Bei Gott gibt es kein Fake.
8 Vers 21 & 22: Nicht jeder, der zu mir sagt “Mein Herr, mein Herr” wird in das Reich der Himmel eintreten, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist. 22] Viele werden an jenem Tag zu mir sagen, “Mein Herr, mein Herr, haben wir nicht in deinem Namen prophezeit, und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben, und viele mächtige Werke getan in deinem Namen?”
Wie kann man den Willen des Vaters, der im Himmel ist, kennen, wenn man noch nicht im Reich der Himmel ist? Das Wort von Jesus hören und tun. Es ist der Wille des Vaters, dass jeder sich bekehrt, weil sein Königreich gekommen ist, und sich Jesus als dem König der Könige unterstellt und in das Himmelreich hineingeboren wird.
Das Zeichen der echten Wiedergeburt ist, dass man im Reich der Himmel ist, jetzt schon, nicht erst nach dem Tod. Wer ins Himmelreich hinein geboren wurde, sieht sich mit dem Sohn auf dem Thron zur rechten des Vaters als König sitzen (Offb. 3:21) und in der Gemeinschaft durch den Heiligen Geist mit dem Vater und dem Sohn findet er heraus, was der Wille des Vaters konkret ist, nämlich jetzt sein Königreich auf der Erde zu etablieren und die Werke des Teufels zu zerstören. Es ist aber möglich, durch Glauben in den mächtigen Namen von Jesus zu prophezeien, Dämonen auszutreiben und Kraftwunder zu vollbringen, ohne mit dem Vater und dem Sohn im Himmel enge Gemeinschaft zu pflegen.
9 Vers 23: Und ich werde ihnen bekennen:
“Ich habe euch nie erkannt, entfernt euch weit weg von mir, ihr Täter des Bösen”.
erkannt: aram. yeda, hebr. yada. Das Wort erkennen, anerkennen, wird auch für die intime Beziehung verwendet, wenn der Mann die Frau erkennt und sie schwanger wird. 1. Mo. 4:1. Die "zwei werden ein Fleisch" ist ein Bild auf die geistliche Hochzeit der Gläubigen mit dem Bräutigam Jesus und der Vereinigung mit Ihm zu einem GEist: 1. Kor. 6:17 “Wer dem Herrn Yah anhängt, der ist ein Geist mit ihm.” Indem wir uns in aufrichtiger Liebe und Demut Gott nähern, werden wir von ihm aufs innigste erkannt und zu einem Geist mit seinem Geist.
Erst wenn unser eigenes, altes Seelenleben zerbrochen wird, wird dieser Geist frei und das Zentrum unseres Willens und Seins wird in den Himmel entrückt. Offb. 12:7. Das ist nicht etwas für das nächste Zeitalter, sondern beschreibt die Wiedergeburt des göttlichen Samens. Dann tun wir, was wir den Vater im Himmel tun sehen mit unseren geöffneten geistlichen Augen.
Die Warnung von Jesus in den Versen 21-23 ist eine der schockierensten und ernsthaftesten Warnungen im Neuen Testament und betrifft insbesondere diejenigen, welche aktiv sind und im Namen Jesus viele Tätigkeiten tun.
Jesus sagt: "Viele werden...". Viele meinen, sie seien im Willen Gottes, weil sie etwas im Namen Jesus für Gott tun.
Wir müssen eine Heilige Ehrfurcht davor haben, ein Werk für Gott aus unseren eigenen Bemühungen tun zu wollen, egal wie biblisch es zu sein scheint.
Alles was wir für Gott und Jesus tun, darf nicht einfach nur aus unserem eigenen natürlichen Antrieb heraus kommen, sondern aus unserer Gemeinschaft mit der königlichen Persönlichkeit von Jesus, dem Vater im Himmel und dem Heiligen Geist.
Etwas wird nicht deshalb zu einem Werk Gottes im Willen des Vaters, weil wir die Floskel "Im Namen Jesus" dranhängen.
Sondern etwas ist wirklich im Namen von Jesus, wenn es aus der Gemeinschaft mit Jesus und dem Himmlischen Vater durch den Heiligen Geist gemacht wird, gemäss seiner Führung und seinem Willen.
10 Vers 29: Denn er lehrte sie als einer, der Vollmacht (Autorität) hat und nicht wie ihre Schriftgelehrten und Pharisäer.
Vollmächtiges Lehren geschieht in der Kraft des Heiligen Geistes durch jemanden, der in der Realität des Reiches Gottes lebt.